Krieg ich mal nen Plan fürs gelingende Familienleben?

Woran Du Dich orientieren kannst, während Du Deinen Weg erkundest

„Boaah- das ist ganz schön viel auf einmal: was kann ich denn jetzt mal schnell machen, damit es zu ner Lösung kommt?

Dann mach ich mir ne To-do-Liste und hake das jeden Tag ab, oder wie?

Ich weiß nicht, was für mich überhaupt dran ist. Mir ist am liebsten, mir sagt jemand, was zu tun ist.“

Der Schweinehund im Dschungel braucht Orientierung

Wenn Du diese Themenwoche komplett verfolgt hast, kommt vielleicht der Gedanke hoch: „Das war so viel, da habe ich jetzt schon die Hälfte wieder vergessen.“ Oder: „Ich weiß nicht wo ich in meinem Leben anfangen soll.“ Dann kommt schnell der Wunsch nach einem Plan auf, um endlich eine Lösung zu finden.

Wenn ich unsicher werde, und nicht weiß, wie ich weitermachen soll, will ich einen Plan.

Wenn meine Gefühle zu unangenehm werden, will ich einen Plan, um tätig werden zu können; um mich hinter den selbst gestellten Aufgaben zu verstecken. Besser tun, tun, tun als fühlen, oder?

Pläne sind gut: als Orientierung wo ich hin will. Aufschreiben von wichtigen Dingen ist toll, damit wir unser Hirn entlasten von all den offenen Baustellen, die wir mit uns rum schleppen.

Einen Plan, eine Formel, die für jedes Problem funktioniert: gibt es nicht. Ich habe sie mir auch schon in manchen Momenten gewünscht.

So ist das mit dem eigenen Weg: wir entdecken ihn meiner Meinung nach unser ganzes Leben. Klar können wir andere imitieren. Klappt vielleicht auch bis zu einem gewissen Grad. Irgendwann kommt aber der Punkt, da wird es schal, fühlt sich schräg an- so nach Verbiegen und Bein ausreißen: und das ist es ja dann auch, wenn es ein kopierter Weg, und nicht Dein eigener ist.

„Dann brauche ich mich also nie wieder an anderen orientieren“? Nein, das glaube ich nicht. Der Erfahrungsaustausch mit anderen ist immer wertvoll. Wie und was Du dann in Deinem Leben umsetzt, ist Deine eigene Verantwortung. Zum Glück! Denn würdest Du wirklich wollen, dass andere für Dich entscheiden?

Orientierungspunkte sind gut, denn sie geben uns Sicherheit beim Erkunden von neuen Erfahrungen. Deshalb habe ich mich auch entschieden Dir eine Übersicht mit den Impulsen dieser Woche mitzugeben. Die Übersicht darf Dich erinnern, was hilfreich ist im Familienleben, und was es lohnt einmal auszuprobieren.

Warum ich Erinnerungshilfen gut finde: Der Schweinehund der alten Gewohnheiten kann extrem hartnäckig sein. Viel zu schnell fallen wir in unsere alten Verhaltensweisen zurück, und vergessen, wie und warum wir eigentlich den alten Kurs verlassen wollten.

Deine Orientierungspunkte für den  Dschungel im Familienleben findest Du hier: Orientierungshilfe

Sei offen, experimentiere und lasse das wieder sein, was sich nicht als nützlich erweist.

Meine Hauptbotschaft aus der Themenwoche

Ich habe mir Väter gewünscht, die sich tiefer mit ihrem Rollenbild und ihren eigenen Erfahrungen in der Familie auseinander setzen.

Ich habe mir Mütter gewünscht, die sich auf einen Perspektivwechsel einlassen, und dann wieder den Blick auf sich selbst richten und fragen: was ist mein Anteil?

Für mich ist die wichtigste Botschaft: Ich darf mich zunächst um mich selbst kümmern. Ich darf mir meine eigenen Prägungen und Wunden angucken, und entscheiden wie ich damit umgehe. Mein Partner, mein(e) Kind(er) sind nicht für meine Heilung und nicht für meine Bedürfnisse verantwortlich. 

Wie oft sagen wir als Eltern: Wir müssen am gleichen Strang ziehen! Ziehen ist für mich eine unglückliche Form des Miteinanders; aber es beschreibt ziemlich genau das, was wir in unseren Beziehungen beobachten können: Wir ziehen aneinander. Immer so lange bis der eine die Richtung des anderen hinterher läuft. Das beschreibt den subtilen Kampf ums Rechthaben genauso wie  die ausgehaltene Anpassung, um nicht die Unsicherheit ohne Strang zu spüren.

Welche Form des Miteinanders könnte besser funktionieren? Liebe erfordert ein Loslassen. Den anderen in seinem SEIN anzunehmen. Und gleichzeitig in dem Vertrauen zu sein, dass wir  bereit sind uns wieder zu begegnen: Abschnitte gemeinsam zu gehen, und andere Abschnitte wieder alleine zu meistern.

Kenne ich solche Paare, die genau so leben: sich nie gegenseitig beschuldigen, oder nie den Parter für die eigenen Bedürfnisse verantwortlich machen? NEIN!

Wir sind alle gesteuert von unseren Bedürfnissen, haben eigene Prägungen, die sich immer wieder zeigen. Wir sind uns nie völlig bewusst, egal wieviel Persönlichkeitsentwicklung, Therapie usw. wir schon hinter uns haben. Wir alle fallen in Stressmomenten schnell in unsere ungeliebten Muster zurück, weil das Unterbewusstsein schneller reagiert als wir gucken können.

Ist das schlimm? Nein, das ist der Teil, den wir lernen dürfen anzunehmen: unsere Unvollkommenheit. Das erfordert Akzeptanz oder Selbstliebe.

Ist es dann nicht sinnlos sich überhaupt verändern zu wollen? Nein, für mich ist es  erfüllend sich  zu entwickeln.

Es geht NIE darum perfekt zu sein, oder an einem Ende ankommen zu wollen! Denn das sind weitere Neurosen,  die uns eben nicht in die Selbstliebe bringen, sondern in der eigenen Unvollkommenheit einen Fehler sehen. 

So lange wir keinen Frieden in uns finden, werden wir anderen -insbesondere unserem Partner- die Schuld geben; weil es zu anstrengend und zu schmerzhaft ist, es ständig bei uns selbst zu halten. 

Und das ist ok. Wir brauchen auch Pause von Entwicklung, Reflexion usw. 

Aber jeder Moment in dem wir wach sind, und unserem Partner oder unserem Kind nicht das Schuldschild für unseren eigenen Schmerz umhängen, ist es wert. 

Jedes Erkennen über Dich selbst gibt Dir ein Stück Freiheit wieder.

Die Akzeptanz Deines Seins, wird auch die Akzeptanz für andere in ihrem Sein möglich machen. 

Das ist der Weg, der raus führt, aus den gegenseitigen Vorwürfen und Beschuldigungen.
Das ist der Weg, bei dem wir nicht um den Strang wetteifern, und uns nicht gegenseitig verstricken.

Mein persönliches Fazit zum Ende der Themenwoche

Ich habe das erste Mal eine Themenwoche in dieser Form veranstaltet. Ich hatte im Vorfeld viele Vorstellungen im Kopf, die dann doch nicht alle eingetreten sind. 😉

Ich teile mit Dir mein größtes Learning aus dieser Woche. Es geht um Vertrauen in mich selbst; und ich wünsche mir, dass Du diese Erfahrung auch für Dein Leben übertragen kannst- ob nun als Vater, Mutter oder in welcher Rolle Deines Lebens auch immer. 

Hier kannst Du mehr über meine sehr persönliche Erkenntnis erfahren:

Sehen wir uns beim Stammtisch?

Wenn Du das Video gerade gesehen hast, dann weißt Du es schon: Ich eröffne einen Stammtisch für Väter, Mütter, Paare.

Warum? Ich wünsche mir einen geschützten Raum, in dem wir uns zuhören, Mut machen, oder auch bewusst Kommunikation untereinander üben. Einen Raum, in dem Bereitschaft besteht sich in die Perspektive des anderen zu versetzen. Auch und ganz besonders zwischen Männern und Frauen!

Wir treffen uns 1 mal pro Monat über Zoom (kostenfreier Video-Chat)

Schreibe mir hier eine Mail mit dem Betreff „Stammtisch“, dann schicke ich Dir weitere Informationen per E-Mail zurück, mit Termin und organisatorischen Dingen:  Mail für Stammtisch

Du hast Fragen oder Anregungen?

Zögere nicht mich anzuschreiben.

Ich freue mich über Austausch!

Väter in Familien: Krieg ich mal nen Plan fürs Familienleben?

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