Wann bin ich Tiger, Opossum, oder Gepard?

Warum wir immer wieder in die gleichen Stressreaktionen verfallen

„Und dann brüll ich einfach los- da ist das Fass am Überlaufen. Am Ende tut es mir dann auch leid. So oft habe ich es mir schon vorgenommen, es anders zu machen. Aber es ist wie verflucht…!“

Manchmal lasse ich dieses ganze Genörgele meiner Frau  über mich ergehen. Ohren zu und durch. Ja und dann mach ich halt was nötig ist- Schadensbegrenzung nenn ich das.

Und dann muß ich einfach raus. Das kann man ja nicht aushalten, dieses Chaos bei uns. Da treff ich mich erst mal mit den Jungs. Dann ist danach auch wieder Ruhe“

 

Im Angriff bin ich unberechenbar- der Tiger in mir

Stress in der Familie: Oft haben wir schnell ein Urteil darüber gefunden:

  • Wenn meine Frau  immer….
  • Wenn mein Mann schon so komisch guckt, dann..

Oft übersehen wir dabei unseren eigenen Anteil, den wir in die Stress-Suppe mit einrühren. Lies dazu gerne noch mal den Beitrag „So habe ich mir das mit Familie nicht vorgestellt“.

Wenn wir aber erst erkannt haben, dass wir mit den Beschuldigungen und den starren Erwartungshaltungen gegenüber unserem Partner keinen Erfolg auf Familienfrieden haben, geht eine neue Tür auf: Die Chance sich selbst zu verändern und damit zu einem neuem Familienklima beizutragen.

Es gibt Reaktionen von uns, bei denen haben wir vielleicht schon längst erkannt: das fühlt sich irgendwie nicht richtig an. Und doch passiert es immer wieder. Natürlich immer dann, wenn wir gerade im Stress sind, und wir scheinbar die Kontrolle verlieren. 

Brüllen, Streiten um Recht zu bekommen, für seine eigene Dominanz sorgen: so ist das typische Reaktionsverhalten wenn Du zum Typ Tiger gehörst. Du willst die Situation dominieren, und dafür bist Du auch bereit andere vor den Kopf zu stoßen.

Das Bedürfnis nach Dominanz ist weder gut noch schlecht. Es ist einfach. Es liegt uns allen in unserer Natur. Doch wenn es sich falsch anfühlt, dann hast Du wohl gerade gegen einen Wert verstoßen, der Dir wichtig ist: zum Beispiel Respekt im Miteinander.

Wenn Du dieses Verhalten von Dir kennst, nimm erst mal nur wahr, wann Du genau zu diesem Rektionsmuster greifst. Was sind typische Auslöser?

Versuche diese Reaktion nicht zu bewerten. Sondern schau dahinter, was sie Dir über Dich selbst verrät.

Manchmal stelle ich mich tot- die Strategie des Opposum

Das Opossum hat eine tolle Strategie entwickelt: wenn Feinde kommen, stellt es sich tot. Ist die Gefahr vorüber, geht es quicklebendig weiter. 

Wann hast Du das letzte Mal diese Strategie bei Deinem Partner angewendet? Na komm schon, gib es zu: wir alle waren doch schon mal Opossum! Was war dafür nötig, dass Du lieber die Situation über Dich ergehen lassen hast, als Dich selbst zu positionieren? Wann kommt aus Deinem Mund ein gequältes Ja, obwohl alles in Dir Nein schreit?

Wenn Du die Situationen kennst, in denen Du zum Oppossum mutierst, bist Du  den Schalthebeln Deiner Steuereinheit wieder nah. Dann ist der Weg frei für eine bewusste Entscheidung: „Welchen Nutzen bringt mir jetzt die Opossum-Strategie? Oder wähle ich heute etwas sinnvolleres?“

Flucht ist der beste Weg aus dem Chaos- ich renne wie der Gepard

Ich will nur noch raus- und zack ist von mir nix mehr zu sehen. Ich komme später wieder, wenn die Luft wieder rein ist. Manche Dinge erledigen sich besser von alleine.

Wenn Dir diese oder ähnliche Gedanken bekannt vorkommen, dann bist Du bestimmt auch schon mit dem Geparden-Muster in Berührung gekommen.

Vielleicht war diese Strategie auch erfolgreich. Oder bringt sie in letzter Zeit mehr Ärger als Nutzen, weil sie irgendwie abgenutzt scheint, und den Stress mit Deinem Partner sogar noch befeuert, anstatt für die ersehnte Ruhe zu sorgen?

Erkunde auch hier: wann flüchtest Du, anstatt in der Situation zu bestehen?

 

Warum wir alle diese tierischen Anteile in uns akzeptieren dürfen

Bevor Du nun wütend wirst, weil der Tiger sich ertappt fühlt; oder Du verschämt aufhörst zu lesen, weil das Oppossum sich flach auf den Boden schmeißen will; Wenn der Gepard in Dir zur nächsten Aufgabe eilen will, HALT! Der nächste Punkt ist wichtig für Dich:

Wir alle haben Tiger, Opossum und Gepard in uns. Ich bin davon überzeugt. Es macht also keinen Sinn es zu bestreiten, oder uns dafür zu verurteilen. Diese Verhaltensstrategien von „dominieren“, „tot stellen“, und „flüchten“ besitzen wir alle.

Wir haben sie uns meistens früh angeeignet, weil sie uns früher einmal geholfen haben. Zum Beispiel war es vielleicht die beste Reaktion damals für Dich aus dem Zimmer zu fliehen, wenn Deine Eltern sich lautstark stritten? Wenn die Luft rein war, fühltest Du Dich wieder sicher, und bist sichtbar geworden.

Das bedeutet auch dass jede Strategie dazu dient uns selbst etwas zu erfüllen. War es als Kind vielleicht das Bedürfnis nach Sicherheit, kann es heute auch ein Bedürfnis nach Entspannung sein, wenn Du Dich entschliesst Dich aus dem Staub zu machen.

Die angewöhnten Verhaltensmuster machen heutzutage oft keinen Sinn mehr und verschlimmern oft sogar die Situation. 

So wird es auch bei Dir sein, sobald Dir unbequeme Situationen in Deinem Leben einfallen, wo Du die Tiger- , Opossum-, oder Gepard-Strategie verwendest. Denn wenn es eine passende Strategie wäre, würde Dich die Situation ja nicht in Stress versetzen.

Mache Dir bewusst, dass Du die Macht hast bessere Strategien zu finden, sobald Du die alten abgenutzten aufgedeckt hast! Was für eine Chance!

Und glaube mir: das Verurteilen Deiner bisherigen Gewohnheit bringt Dir gar nix. Komme in die Akzeptanz, dass bisher Dein Verhalten genau so war. Nur mit der Akzeptanz dessen, hast Du genug Energie, um neue Strategien für Dich zu finden und umzusetzen.

Welche Strategien benutze ich bevorzugt? Und gibt es auch noch bessere?

„Und dann brüll ich einfach los- da ist das Fass am Überlaufen. Am Ende tut es mir dann auch leid. So oft habe ich es mir schon vorgenommen, es anders zu machen. Aber es ist wie verflucht…!“

Manchmal lasse ich dieses ganze Genörgele meiner Frau  über mich ergehen. Ohren zu und durch. Ja und dann mach ich halt was nötig ist- Schadensbegrenzung nenn ich das.

Und dann muß ich einfach raus. Das kann man ja nicht aushalten, dieses Chaos bei uns. Da treff ich mich erst mal mit den Jungs. Dann ist danach auch wieder Ruhe“

Wenn Du ein neues Repertoire von Reaktionen in Deinem Familienleben etablieren möchtest, dann ist hier jetzt die Chance für Dich in die Reflexion zu gehen, bevor Du neue Strategien für Dich finden wirst. 

Hole Zettel oder Notitzbuch und Stift und starte mit der Selbstbeobachtung.

Denk daran Du willst noch nichts verändern- Du willst erst mal mehr Dich selbst verstehen. Das ist die Basis um später überhaupt aktiv in die Veränderung zu kommen.

  • Welche Verhaltensweise von mir ist mir am meisten vertraut in meinem Familienleben: Tiger, Opossum oder Gepard?
  • Woran habe ich erkannt, dass ich Tiger, Opossum oder Gepard bin? (Beschreibe kurz die Situation)
  • Was ist der Auslöser in diesen Momenten, bevor das Tier die Kontrolle über mich übernimmt?
  • Welches Bedürnis möchte ich mir damit selbst erfüllen, wenn ich zu meiner „Lieblings-Tier-Strategie“ verfalle?

Wenn Du Mutter bist, kannst Du diese Aufgabe ebenso für Dich durchgehen: Du kennst doch auch das Brüllen, tot stellen und flüchten, oder?

So geht es weiter bei "Väter in Familien":

Heute hast Du die Chance ungünstige Verhaltensweisen bei Dir selbst aufzudecken, und in den Zustand von Akzeptanz darüber zu kommen. Vielleicht hift Dir der Gedanke, dass wir alle in ähnlicher Art und Weise uns und unseren Beziehungen mit alten Gewohnheiten im Weg stehen?

Morgen gebe ich Dir Impulse, wie Du Deine passenden Strategien nährst, in dem Du auf die Weisheit des Elefanten zurückgreifst.

Ich freue mich, wenn Du den nächsten Schritt gehst!

Du schaust gerne Videos?

Hier der Beitrag auf youtube:

Du hast Fragen oder Anregungen?

Zögere nicht mich anzuschreiben.

Ich freue mich über Austausch!

Väter in Familien: Wann bin ich Tiger, Opossum oder Gepard

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.