So habe ich mir das mit Familie nicht vorgestellt

....meine Frau hat sich echt verändert

„Seit wir Kinder haben hat meine Frau sich echt verändert. Ich meine jetzt nicht nur ihren Körper. Auch ihre Einstellung. Es dreht sich alles nur noch um die Kinder.

Zeit zusammen so wie es früher einmal war? Gibt es nicht mehr. Meistens ist meine Frau müde.

Meine Frau braucht dann Zeit für sich, um mal runter zu kommen. Meine eigene Zeit muss ich mir aber auch erkämpfen!“

 

Vereinbarkeit von Familie und Beruf- ein Frauenthema?

Das Thema Vereinbarkeit ist in aller Munde und auch immer wieder in der Diskussion: kann eine Mutter alles unter einen Hut bekommen: Kinder, Beruf, Partnerin sein? Die meisten Frauen fühlen sich müde allem gerecht zu werden- verständlich.

Aber was ist mit den Vätern? Haben sie diesen Druck zwischen Familie und Beruf  nicht? Ich lese wenig darüber in den Medien, und doch gibt es ihn auch bei Vätern: den Kampf gegen die Zeit und um die Erfüllung aller Erwartungen: Karriere, Vater-Sein, Partnerschaft, und dann soll ja auch noch etwas Zeit übrig bleiben, um für sich zu sorgen, zum Beispiel beim Treffen mit Freunden oder beim Sport.

Sitzen Mütter oder Väter doch im gleichen Boot? Wetteifern wir sogar untereinander darum, wer es schneller und besser schafft das Familienboot zu rudern?

In einer Studie der Universität Georgia fanden Psychologen heraus, dass es zwischen Frauen und Männern kaum Unterschiede in der Belastung gibt durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Ein wesentlicher Unterschied zeigte sich jedoch: Männer stöhnen lieber nicht auf Grund ihrer Situation- meistens aus Angst vor Konsequenzen für ihre Karriere. Dieses Verhalten hat jedoch zur Folge, dass Väter zwar ebenfalls den Arbeits-Familien-Stress erleben, es aber nicht thematisert, und in der Öffentlichkeit nicht beachtet wird. 

Hinterfragt doch einmal zusammen, ob Eure Stressquellen und Auswirkungen im Alltag ähnlich sind. Vielleicht gewinnt Ihr an gegenseitigem Verständnis anstatt den Streit um „wer hat hier eigentlich am meisten zu tun“ fortzuführen.

Männer und Frauen sind wirklich verschieden- es lebe der Unterschied!

Im Grunde haben wir es alle schon mal gehört: „Männer und Frauen passen nicht zusammen“, „Männer verstehen Frauen nicht“, „Männer denken anders“ usw.

Und doch geraten wir im Alltag immer wieder in den Kampf auf Grund dieser Unterschiede, oder?

Wenn eine Frau möchte, dass der Mann ihr die Wünsche von den Augen abliest. Oder wenn der Mann erwartet, dass die Frau jetzt mal die Sache auf sich beruhen lässt, denn es wäre ja nicht so wichtig.

Frauen denken anders. Das haben Neurowissenschaflter auf Grund der Unterschiede im Gehirn von Männern und Frauen bereits bestätigt. Frauen denken komplexer und vernetzter, das erklärt warum sie oft mehrere Dinge zur gleichen Zeit im Fokus haben. Männer denken eher linear. Damit ist auch ihre Fähigkeit verbunden zielstrebig nach vorne zu eilen und zu handeln, während Frauen eher bewahrend und harmoniserend in ihren Beziehungen verweilen. Diese typisch männliche Energie (das Streben nach Wachstum) und typisch weibliche Energie (bewahren und schützen) ist also auch heute noch zu beobachten, wenn wir uns unsere Beziehungen anschauen, oder? Und wahrscheinlich gibst Du mir recht, dass beide Formen -die männlichen und die weiblichen Eigenschaften– Sinn machen. 

Die Frage ist nur, was brauchen wir um diese Unterschiede auch anzuerkennen anstatt uns weiter dafür zu verurteilen?

Wir brauchen alle beides

Mit männlichen und weiblichen Eigenschaften ist übrigens nicht gemeint, dass Männer nun gar keine  weiblichen Fähigkeiten hätten, oder Frauen keine männlichen. Es ist beides in uns angelegt, die Frage ist nur wie wir selbst diese Eigenschaften leben.

Beispiele für Frauen, die ihren Mann stehen um Chancen auf Karrierre zu haben, gibt es genug. Die Frage ist unter welcher Anstrengung durch die Anpassung an die männlichen Eigenschaften wie Wettbewerb und Leistungsdenken die Frauen das erreichen.

Wenn wir uns die Welt heute anschauen mit ihren Kriegen und Ausbeutungen von Mensch, Tier und Umwelt, kommt die Annahme schnell auf, dass die weiblichen Eigenschaften von Vernetzung und Beschützen immer wichtiger werden. Gefragt sind wir alle als Männer und Frauen diese Eigenschaften zu integrieren: das Wachstum und die Gemeinsamkeit.

Was passiert wenn wir weiter gegeneinander kämpfen?

Im Kampf zwischen richtig und falsch geht es oft um diese Punkte:

  • wie geht das mit Kindererziehung
  • wie bleiben wir ein Paar
  • wie gestalten wir die Aufgabenverteilung

Deweiteren führen (unausgesprochene) Erwartungen zu Druck und Spannung untereinander, und das Gefühl nie zu genügen.

Wenn Du Dich bereits in diesen endlos-wiederholenden Vorwurfs-Kreislauf mit Deinem Partner befindest, dann empfehle ich Dir: steig aus. Austeigen kannst Du nur, wenn Du etwas anderes probierst als Du bisher getan hast.

Wenn Du also bisher gekämpft haben solltest, wage den Versuch und leg die Waffen nieder. Befreie Deinen Partner und Dich selbst aus dem Erwartungsdruck und fange an Dich um Deine eigenen Bedürfnisse zu kümmern, und Dich für die Bedürfnisse Deines Partners zu interessieren. Weißt Du was Dein Partner im Alltag braucht, um sich besser zu fühlen? Weisst Du, was er aktuell am meisten vermisst? Frage nach und schenke ihm Deine Aufmerksamkeit. Aber wisse: Du bist nicht dafür verantwortlich, dass er all diese Bedürfnisse auch erfüllt bekommt.

WARUM ist es nicht Deine Aufgabe? Weil Ihr dann  wieder anfangt gegenseitig Erwartungen zu erfüllen, und es Euch gegenseitig recht zu machen. Und das hat bisher doch nicht ohne Frust funktioniert, oder?

Wenn Du weiter kämpfen willst, dann lass alles wie bisher: mach Deinen Partner dafür verantwortlich, dass es Dir nicht gut geht. Denn er macht ja immer wieder die gleichen Fehler, stimmts?

Mein Partner ist nicht für die Erfüllung meiner Bedürfnisse da

Dem Partner nun nicht mehr verantwortlich machen zu können, ihn nicht mehr als Schuldigen vor den Freunden hinstellen zu können, mag sich erst mal nicht gut anfühlen. Wer trägt denn dann die Verantwortung, dass es Dir gut geht? Richtig, Du selbst! 

Das kann ein große Kröte sein, die nicht jeder bereit ist zu schlucken. Ok, Du musst sie nicht schlucken.

Wenn Du Dich in Deiner Partnerschaft jedoch befreien willst von der ewigen Vorwurfs-Litanei und wieder mehr Nähe und Vertrauen mit  Deinem Partner erleben möchtest, solltest Du über die Kröte noch mal nachdenken.

Was wäre, wenn Du von nun an selbst für Deine Bedürfnisse einstehst und sie Dir auch erfüllst? Den Ausgleich im Sport zum Beispiel, das Treffen mit den Freunden; die Aufmerksamkeit, die Du von Deinem Partner vermisst: schenk sie Dir selbst. Du wirst sehen, Du wirst viel attraktiver sein für Deinen Partner, wenn Du mit Dir selbst zufrieden bist, und eine innere Entspanntheit mitbringst, weil Du gut für Dich gesorgt hast. Das ist die Basis, damit Ihr Euch auch wieder näher kommen könnt. Denn wer sucht schon die Nähe von einem grummeligen, unzufriedenen Menschen, der mit Vorwürfen um sich schmeißt?

„Wenn ich nur noch, an mich selbst denke, bin ich der Egoist. Und wie soll das überhaupt mit den Kindern klappen?“ Ich höre sie schon laut in meinen Ohren klingeln die entrüsteten Widerworte. Und ja, Du hast recht: Egoismus, der die Bedürfnisse aller anderen nicht mehr berücksichtigt, ist and dieser Stelle sicher kein guter Rat! Natürlich bedarf es Kommunikation und Vereinbarungen innerhalb der Familie, damit es ein GEMEINSAM und ein WIR gibt, in dem sich jeder gesehen fühlt. Gleichzeitig ist das kein Grund dem anderen die Schuld zu geben,wenn es mal nicht mit der Erfüllung Deines Bedürfnisses klappt. Es bleibt weiterhin Deine Verantwortung für die Erfüllung zu sorgen: vielleicht zu einem anderen Zeitpunkt, oder auf eine andere Art und Weise. Es geht nicht um egoistisches Durchziehen, es geht um Eigenverantwortung und das Beenden von Schuldzuweisungen an den anderen.

Zum Thema Kommunikation wird es ebenfalls einen Beitrag geben in der Themenwoche „Väter in Familien“. Doch lass uns einen Schritt nach dem nächsten nehmen. Denn bevor Du anfängst mit Deinem Partner zu kommunizieren, empfehle ich Dir die größtmögliche Klarheit über Dich selbst zu haben. Und deshalb gibt es noch einen weiteren Schritt, der vor der Kommunikation dran ist.

So geht es weiter bei "Väter in Familien":

Heute haben wir uns angeschaut was Dich alles in Deiner Vater-Rolle beeinflusst: alte Rollenbilder, alte Erfahrungen und gesellschaftliche Regeln von „das macht man so….“

Erforsche beständig was diese Einflüsse mit Dir machen. Du wirst immer wieder was entdecken, was Du hinterfragen kannst. Vielleicht triffst Du sogar die Entscheidung  Dich von Verhaltensmustern zu befreien. Dieser Prozess ist fortlaufend- und das ist ok! Stress Dich nicht!

Morgen geht es weiter mit der Erforschung des Bildes, das Deiner eigenen Vorstellung vom Vater-Sein entspricht.

Auch hier gilt: alles darf, nichts muss!

Ich freue mich, wenn Du den nächsten Schritt gehst!

Du schaust gerne Videos?

Hier der Beitrag auf youtube:

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Zögere nicht mich anzuschreiben.

Ich freue mich über Austausch!

Väter in Familien: So habe ich mir das mit Familie nicht vorgestellt

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