Was bedeutet Coaching für mich?

Oft werde ich gefragt, wofür Coaching nun eigentlich gut sei. Und was man dafür tun muss, um ein Coach zu sein. Ich verstehe diese Fragen sehr gut, da es gar nicht so leicht ist, den Coaching-Markt zu überblicken. Und ich nehme es hier in Deutschland auch (noch) nicht als selbstverständlich wahr, dass „man“ sich einen Coach sucht. Ich möchte daher heute mein persönliches Verständnis von Coaching mit Dir teilen. Ich spreche hier von Coaching im Sinne von psychologischer Beratung. Das schreibe ich hier ausdrücklich an den Anfang des Artikels, damit keine Missverständnisse aufkommen.  Denn Coaching kann  heutzutage alles bedeuten, und deshalb ist es auch so schwierig für einen Kunden zu erkennen, was genau hinter einem Coaching-Angebot für eine Leistung steckt. 

Wann ist für mich Coaching sinnvoll?

Von einem Coaching erwarte ich persönlich, dass mich jemand dabei begleitet auf die aktuelle Situation in meinem Leben oder auf ein bestimmtes Lebenthema zu blicken. Ich schaue mit dem Coach dorthin, wo ich gemerkt habe, dass ich alleine nicht weiter komme. Ich merke, dass ich feststecke, dass sich irgendwelche Dinge wiederholen, die meinen Alltag erschweren. Ich habe ein Bewusstsein als Kunde dafür, wo mir in meinem Leben der Schuh drückt. Aber ich habe auch ein Bewusstsein dafür, wo ich eigentlich hin will, d.h. was ich verändern möchte.

Was können das für Themen sein?

Die Themen können ausgelöst sein durch große Veränderungen, die im Leben gerade anstehen, z.B.:

  • Geburt eines Kindes,
  • Trennung,
  • Umzug,
  • neuer Arbeitsplatz,
  • Tod eines Angehörigen.

Vielleicht wiederholen sich auch Konflikte -z.B. innerhalb der Familie- immer wieder, und es wurde bisher kein Ausweg gefunden

Oder es geht um ein allgemeines Verhaltensmuster, was sich immer wiederholt, und den Alltag des Kunden erschwert.  Die Themen können sehr vielfältig sein, und sich auch verändern.

Wichtig: Coaching ersetzt keine Therapie , und hier muss eine klare Abgrenzung seitens des Coaches vorgenommen werden.

Wie geht ein Coach vor?

Der Coach sollte mich auf dem Weg von meiner derzeitigen Lage in meine gewünschte Veränderung empathisch und mit professionellem Sachverstand begleiten. Innerhalb des Coaching- Prozesses erfahre ich als Klient Aha-Momente, gewinne neue Einsichten, sehe neue Lösungsmöglichkeiten, erkenne meine Ressourcen.

Ein Coach ist nicht dafür da mir eine vorgefertigte Lösung zu präsentieren. Ein Coach ist auch nicht dafür da seine eigenen Erfahrungen aus seinem eigenem Leben mir überzustülpen. Ein Coach ist auch nicht dafür da über richtig oder falsch zu entscheiden, oder zu bewerten was ich gerade brauche.

Ein Coach begleitet mich auf dem Weg, der zu mir passt: Also zu meiner Persönlichkeit, zu meinem individuellen Leben, zu meinem System, in dem ich lebe.  Wie dieser Weg verläuft, welche Richtung ich einschlage, das weiß nur ich als Kunde selbst. Aber wenn ich gerade meinen Weg nicht mehr sehe, weil ich mich verirrt habe, oder mich nicht entscheiden kann, welche Richtung ich laufen soll, dann begleitet mich der Coach in meine gewünschten Gefilde. Er hilft mir die Baustellen der Vergangenheit zu erkunden, die ich bisher nicht gewagt habe genauer anzusehen. Er unterstützt mich dabei Hindernisse auf meinem Weg zu bewerkstelligen. Er begleitet mich dabei wieder Licht auf meinen eigenen Weg zu sehen, so dass ich die für mich passende Richtung erkenne.

Die Kompetenzen eines Coaches

Für mich persönlich ist es wichtig, dass ein Coach gut ausgebildet ist.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass ein Coach selbst gecoacht wird und sich regelmäßig mit seinen eigenen Lebensthemen auseinandersetzt. Das heißt, er kennt seine Baustellen des Lebens und sorgt somit dafür, dass er nicht seine eigenen Themen auf mich, den Kunden, überträgt. Er ist sich der Verantwortung bewusst, seine eigenen Probleme nicht zu den Problemen seines Kunden zu machen.  

Unsere eigenen Probleme anderen überzustülpen, passiert sehr häufig: weil es menschlich ist. Weil wir Menschen glauben, dass es nur eine Realität gibt, nämlich unsere eigene. Und  wir verkennen, dass die Realität unseres Gegenüber eine ganz andere ist, und auch sein darf. Es ist ein Stück weit normal, weil die meistens Dinge bei uns unbewusst ablaufen. Deshalb  merken wir es nicht, wenn wir unsere eigene Geschichte zur Geschichte des anderen machen. Und da Coaches natürlich auch nur Menschen sind, kann es ihnen natürlich auch passieren.

Aber wenn Dein Coach eine gute Ausbildung hat und sich regelmäßig selbst coachen lässt, dann ist er für dieses Thema sensibilisiert.  Damit sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass er seinen Kunden in falsche Themen lenkt aufgrund seiner eigenen Lebensthemen.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass ein Coach sich ständig weiterbildet und das Thema Persönlichkeitsentwicklung für sein eigenes Leben ernst nimmt.

Für mich persönlich ist es wichtig, dass ein Coach sich einer Ethik verpflichtet. Einer Ethik, die klar macht, welch große Verantwortung ein Coach trägt, wenn er mit seinen Kunden in eine psychologische Beratung geht. Dazu gehören natürlich das Thema Verschwiegenheit, Sensibilität und die Verwendung von anerkannten psychologischen Verfahren. Aber auch das Bewusstsein des Coaches, dass er sich in einer Machtposition befindet, die er niemals gegenüber seinen Kunden ausnutzen darf.

Die persönliche Beziehung zwischen Coach und Kunde

Wenn ich mir selbst einen Coach suche, dann achte ich auf all diese genannten Punkte. Und wenn ich durch Studieren der Internetseite oder durch Hinterfragen bei der entsprechenden Person weiß, dass diese Punkte wohl erfüllt sind, dann kommt noch ein anderer wesentlicher Faktor dazu: Stimmt die Chemie zwischen uns beiden? Habe ich das Gefühl vertrauen zu können? Glaube ich mich öffnen zu können? Die Qualität der Beziehung zwischen Coach und Kunden ist wesentlich. Denn nur wenn die so genannte Chemie stimmt, wenn der Kunde es wagt sich fallen zu lassen und sich in die Hände seines Coaches zu begeben, nur dann können meiner Meinung nach auch wirklich tiefgreifende Ergebnisse passieren.

Wenn ich als Kunde vor habe mir ein Lebensthema genau anzuschauen, dann kann es gut sein, dass dieses nicht in einem halbstündigen Gespräch aufgelöst werden kann. Sondern dass es einer längeren Zusammenarbeit benötigt.Und wenn ich mir eine professionelle Unterstützung wünsche, bei der der Coach  die eben genannten Kriterien erfüllt, dann muss es auch völlig klar sein, dass eine Coaching- Stunde eine Investition darstellt. Und unter diesen Voraussetzungen ist Coaching eben nicht für 30 oder 40 € zu bekommen. Oft vergessen wir bei Dienstleistungen, bei denen wir nicht sofort ein Ergebnis in Geld aufwiegen können, dass die Zeit, das Know-how, der Grad der Professionalisierung des Dienstleisters auch angemessen entlohnt werden müssen. Damit der Coach seine Kosten ebenfalls bestreiten kann, und für seinen eigenen Lebensunterhalt auch noch was übrig bleibt.

Mir ist bewusst, dass es immer mehr Anbieter gibt, die ein Coaching im Firmennamen tragen, und wo ich als Kunde nicht weiß, was sich genau hinter diesem Begriff verbirgt. Das ist die Realität, denn der Begriff Coaching ist in Deutschland nicht geschützt. Darüber will ich jetzt auch nicht klagen. Es ist einfach eine Tatsache, mit der es zu leben gilt. Tatsache ist jedoch auch, dass es dem Kunden dadurch schwierig gemacht wird zu erkennen, welche Dienstleistung er konkret einkauft: welches Know-how der Anbieter hat, nach welcher Ethik er arbeitet usw. Das ist nun für keinen mehr ersichtlich. Und so kann ich auch schwer abwiegen, was ich für mein Geld einkaufe, und ob der Preis gerechtfertigt ist. Ich sollte daher als Kunde meiner Meinung nach den Dienstleister konkret befragen, und das dann mit meinen Erwartungen abgleichen.

An dieser Stelle möchte ich eines ganz klar stellen: Bestimmt ist es ist auch nicht immer erforderlich, dass ein Coach alle meine vorab genannten Punkte erfüllt, um hilfreich zu sein! Das möchte ich nicht behaupten. Ich glaube vielmehr: es kommt immer darauf an, welches Anliegen der Kunde mitbringt, und welche Beziehung zwischen Coach und Kunde entsteht. Ist es ein Anliegen, wo zum Beispiel der Coach viel Selbsterfahrung mitbringt, das heißt dieses spezielle Lebensthema sehr gut kennt, und ist die Beziehung zwischen dem Coach und dem Klienten sehr vertraut, dann kann das sehr wohl eine tolle Dienstleistung sein, die der Coach erbringt. Und dann gibt es einen zufriedenen und glücklichen Kunden mehr. Ich möchte hier also wirklich nicht schwarz-weiß malen! Mir ist bewusst, dass es viele Grautöne dazwischen gibt. Und ich glaube auch daran, dass es viele nicht ausgebildete Coaches gibt, die eine gute Begleitung für einen auf ihren Spezialgebiet passenden Menschen anbieten können. Aber ebenso gibt es auch  Coaches, die sich ihrer Verantwortung dem Kunden gegenüber nicht bewusst sind. Und ihre eigenen Meinungen, Erfahrungen und Wertungen von „Richtig“ oder „Falsch“ einem anderem verkaufen wollen:  und somit erbringen sie dann nach meinem Empfinden keine  gute Dienstleistung mehr.

Meine Grundsätze für meine Arbeit als Coach

Mir persönlich ist die Achtsamkeit im Umgang mit anderen Menschen sehr wichtig. Deswegen habe ich mich für eine professionelle Coaching Ausbildung entschieden. Und ich habe mich entschieden meine Lebensthemen selbst bei anderen Coaches zu bearbeiten.  Ebenso vertrete ich die Auffassung, dass das Thema Persönlichkeitsentwicklung eben niemals abgeschlossenen ist, und ein ganzes Leben andauert.

Letztendlich bleibt immer mein Wunsch, dass jeder Kunde, der nach psychologischer Beratung sucht, einen für sich passenden Coach findet, der achtsam ,würdevoll und selbstreflektiert mit ihm umgeht. Ein Coach, der als Ziel hat, den Kunden auf den eigenen individuellen Weg zurück zuleiteten.

Nach diesen Grundsatzen möchte ich arbeiten. Und ich wünsche mir genau die Kunden anzuziehen, die auch genau das von einem Coach erwarten. Ich stehe noch am Anfang und habe für mich entschieden Eltern als Kunden anzusprechen. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, dass durch die Elternschaft ein Turbo an Persönlichkeitsentwicklung freigelegt wird. Das Leben verändert sich von einem Tag auf den anderen, und es geht rasant so weiter. Uns ist zunächst gar nicht bewusst, was uns dort alles um die Ohren fliegt.  Oft denken wir, dass die Kinder es verursachen, dass unser Leben so durcheinander und  chaotisch ist. Aber für mich ist klar, dass die Kinder es nicht verursachen, sondern dass sie ein Auslöser dafür sind. Unsere Kinder zeigen uns auf, wo wir uns mit unseren eigenen Lebensthemen noch nicht ausreichend auseinander gesetzt haben. Sie sorgen dafür, dass wir unsere eigenen unerledigten Lebensthemen  auf dem silbernen Tablett serviert bekommen. Und die Frage ist immer wie wir damit umgehen möchten: schieben wir die Verantwortung -vielleicht sogar die Schuld- auf das Kind und sagen: „mein Kind macht mich wahnsinnig. Ich will endlich mein eigenes Leben wieder.“ Oder sind wir mutig genug und schauen bei uns selbst, was dieses Kind in uns ausgelöst hat? Welche Dinge aus dem Unterbewusstsein hoch gekommen sind? Dinge, für die nur wir selbst, nicht unser Kind verantwortlich ist. Welche Themen, die wir bisher weggedrückt haben, weil es sich zu unangenehm angefühlt hat, wollen noch mal betrachtet werden? Wo sollten wir hinschauen, noch mal hinfühlen, um dann  zu verstehen, dass wir die Eigenverantwortung tragen mit uns selbst in den Frieden zu kommen.

Aus diesem Grund habe ich mich entschieden Coaching für Eltern anzubieten. Für Eltern, die sich der Chance bewusst sind, nun auf diese hochkommenden Lebensthemen genau zu schauen.

Wenn Du Dich nun angesprochen fühlst, dann lerne mich kennen. In einem unverbindlichen Gespräch (online oder in Braunschweig möglich) entscheiden wir gemeinsam über die Art der Zusammenarbeit. Mach mir am besten gleich einen Terminvorschlag.

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Finde den Weg zu Dir und Deinem eigenen Wohlbefinden (zurück). So trägst Du zum Familienfrieden bei.

Ich wünsche Dir eine bewusste Zeit mit Dir selbst und Deiner Familie.

Alles Liebe

Deine Melanie

Was bedeutet Coaching für mich?

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