Welche emotionalen Wunden kennst Du?

Wenn ich über emotionale Wunden schreibe, meine ich damit alte, emotionale Verletzungen, die wir schon lange mit uns tragen. Oft sind wir uns dessen gar nicht bewusst. Aber wenn Du bei Dir feststellst, dass Du in bestimmten Situationen immer wieder merkwürdige Verhaltensweisen oder Reaktionen zeigst, die Dir zwar nicht gut tun, Du sie aber nicht los wirst, könnte das ein Indiz dafür sein, dass Du gerade in Kontakt gekommen bist mit dieser alten Wunde.

Wie kann sich eine emotionale Wunde im Alltag zeigen?

Viele Menschen tragen den Glauben mit sich: so wie ich bin, bin ich nicht gut genug. Ich muss … ( perfekt, klüger, schöner, kommunikativer usw. ) sein, um Anerkennung und Liebe von anderen zu erhalten. Diese Überzeugung haben wir meistens irgendwann in der Kindheit gewonnen, weil wir Schlussfolgerungen aus den Worten oder Reaktionen unserer Eltern gezogen haben (hierzu höre gerne meinen Audiobeitrag „Das größte Missverständnis in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern“). Und diese Schlussfolgerung lief im Kern darauf hinaus, dass wir irgendwas bestimmtes sein müssten oder auf bestimmte Art handeln müssten , um Liebe zu verdienen.
Leider hält diese Überzeugung bei den meisten Erwachsenen immer noch an, und führt zu viel Leid, Druck und Stress. Diese Überzeugung hat eine emotionale Wunde hinterlassen, weil wir glauben nicht bedingungslos Liebe verdient zu haben; und nun unternehmen wir große Anstrengungen diese Wunde nicht zu spüren oder sie zu verdecken. Das heißt, entweder versuchen wir diesen Schmerz zu betäuben oder hinter einer Maske, einem Schutzschild, zu verstecken.
Beispiel:
Eine Mutter hat die Schlussfolgerung in ihrer Kindheit getroffen: wenn ich besonders fleißig bin, und gute Noten mit nach Hause bringe, bekomme ich Anerkennung und Zustimmung. Heute wirkt sich dieser (wahrscheinlich unbewusste) Glaube so aus, dass sie von sich im Alltag abverlangt alle Aufgaben im Haushalt, als Mutter, in ihrem Beruf usw. sofort und so perfekt wie möglich zu erledigen, selbst wenn sie dabei über ihre Kraft hinausgeht. Weil sie weiterhin glaubt, sich besonders anstrengen zu müssen um Anerkennung und Liebe von anderen zu erhalten, rennt sie mit ihrem Schutzschild des „Perfekt-Seins“ durch ihr Leben.

Welche Masken und Betäubungsmittel kennst Du?

Jeder hat seine individuellen Erfahrungen in seinem eigenen Familiensystem gemacht, die zu emotionalen Wunden führten. Und jeder hat seine persönliche Art diese Erfahrungen zu bewerten und damit umzugehen. Dennoch gibt es Verhaltensweisen und Reaktionen, die bei vielen Menschen beobachtet werden können, und ihren Ursprung darin haben, dass die Menschen ihre alten Wunden verstecken oder betäuben wollen.

Typische Schutzschilde/ Masken

  • Streben nach Perfektion
  • Unsichtbar machen
  • Anpassung, erhöhtes Harmoniebedürfniss: ich bin brav/ ich mache keinen Ärger
  • Geld/ Macht

Typische Betäubungsmittel

  • Ablenkung jeglicher Art, zum Beispiel exzessive Zeiten für Fernsehen, Handy- oder Videospiele, Social Media
  • Essen nicht aus dem  Hungergefühl,
    sondern für das Gefühl „die Leere nicht zu spüren und gefüllt zu sein“
  • regelmäßiger Alkoholkonsum, sowie weitere Drogen
  • Sucht nach Arbeit, Workaholic

Erkennst Du hier eigene Verhaltensweisen? Oder fallen Dir noch weitere ein?
Diese Verhaltensweisen tun uns in der Regel nicht gut, machen uns vielleicht sogar krank, sorgen dafür, dass wir Probleme mit unserem Umfeld kriegen.
Es geht aber dennoch nicht darum, diese Verhaltensweisen nun zu verteufeln und mit aller Macht sofort zu unterbinden. Zunächst gilt es anzuerkennen, dass es ein ganz normales Verhalten ist, dass wir uns um eine Wunde, einen inneren Schmerz kümmern wollen, und versuchen ihn zu verringern. Ist das nicht total menschlich und nachvollziehbar? Leider haben wir mit den oben genannten Masken und Betäubungsmitteln einen ungünstigen Weg gewählt, um unsere Wunde zu versorgen.

Doch die gute Nachricht ist: wir haben die Chance diese schädigenden Verhaltensweisen bzw. Reaktionen zu ändern.
Was dafür nötig ist, sind nach meiner Meinung:

  • Bewusstwerdung der Wunde und des bisherigen Mittels um diese Wunde zu versorgen
  • Anerkennung des bisherigen Verhaltens
  • Bewusste Entscheidung dieses selbstschädigende Verhalten in ein gesundes Verhalten zu verändern
  • Geduld beim Training der neuen Verhaltens/-Denkweise

Wenn Du Deine individuelle Situation mit mir näher beleuchten willst, schreib mir gerne oder tritt mit mir in den Austausch über Facebook oder Instagram.
Ich freue mich von Dir zu hören, und auch wenn ich Dich bei Deinem individuellen Veränderungsprozess begleiten darf.

Falls Du näheres erfahren möchtest zum Entstehen von emotionalen Wunden, und dass der Ursprung in einem großen Missverständnis in der Kommunikation zwischen Eltern und Kindern liegt, höre hier meinen Audiobeitrag.

Finde den Weg zu Dir und Deinem eigenen Wohlbefinden (zurück). So trägst Du zum Familienfrieden bei.

Ich wünsche Dir eine bewusste Zeit mit Dir selbst und Deiner Familie.

Alles Liebe,

Deine Melanie

Welche emotionalen Wunden kennst Du?

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