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Wie oft sagst Du JA, meinst aber NEIN?

Es scheint eine besonders weit verbreitete „Krankheit“ unter Müttern zu sein. Aber keine Sorge, falls Du Dich jetzt ertappt fühlst: auch bei anderen Menschen dieser Gesellschaft kann ich dieses Phänomen immer wieder beobachten:

„Ja klar, das mach ich noch schnell, Chef. Kein Problem…“   Innerer Monolog: „Neee… ich könnte so ko****! Schon wieder ne Sonderaufgabe. Und natürlich muss das auch alles wieder ich erledigen .“

Oder ein anderes Beispiel:

„Ja Schatz, natürlich lese ich mit Dir noch das dritte Mal das Conni-Buch…“   Innerer Monolog: „Ich könnte dieses Buch aus dem Fenster werfen! Aber wenn ich ihr das jetzt abschlage, dann fängt gleich wieder das Gebrüll an….“

Vielleicht gibt es ähnliche Beispiele in Deinem Alltag. Und hey: in meinem übrigens auch! Aber weißt Du auch, wer Dir da einen Streich spielt und gegen Deine wahren Bedürfnisse und Wünsche arbeitet? Wenn Dich mein Verständnis über dieses hinderliche Verhalten interessiert, lade ich Dich ein weiterzulesen.

Das JA-Sagen ist auch ein Schutz

Ich glaube das JA-Sagen, um anderen ihre Erwartungen zu erfüllen, ist ein gelerntes Verhalten, das wir uns in der Vergangenheit angeeignet haben. Meistens als Kind, als wir noch gar nicht die Möglichkeit hatten uns frei zu entscheiden, da wir abhängig waren von dem Wohlwollen der Erwachsenen um uns herum. Genau! Ich rede von dem Persönlichkeitsanteil des inneren Kindes, das mal wieder auf die Bühne des Alltags tritt. (Hier hatte ich übrigens schon einmal von diesem Anteil geschrieben.) Damals haben wir gelernt, dass es Situationen gibt, in denen unsere eigenen Bedürfnisse nicht gesehen oder auch übergangen wurden. Wir haben erfahren, dass wir mehr Anerkennung und Zuwendung von Mama, Papa, Lehrer Krause usw. erhalten, wenn wir uns den Anforderungen der Erwachsenen fügen und „Ja“ sagen. Damals kann dieses Verhalten uns auch tatsächlich den Tag gerettet haben. Aber wenn wir das auf die Situationen unseres heutigen Alltags übertragen, ist es fraglich, ob dieses automatische „Ja-Sagen“ uns immer noch in jeder Situation hilft. Bestimmt hat das Ja, das Zufriedenstellen anderer (Erwachsener) Dir als Kind einen gewissen Schutz geboten. Aber brauchst Du diese Schutzstrategie heute auch noch?

Was kannst Du tun um Dich von dem Automatismus des Ja-Sagens zu lösen?

Beobachte Dich selbst: lerne die Situationen kennen, in denen Du Ja sagst, aber Dein Gefühl sagt: Nein, nein, nein, ich will das nicht!

  • Gibt es Ähnlichkeiten in den verschiedenen Situationen?
  • Wer ist dabei?
  • Was hätte konkret anders sein müssen in der Situation, damit Du „Nein“ gesagt hättest?

Nimm so viel wie möglich wahr. Lerne Dich und Deinen Ja-Automatismus so gut wie möglich kennen. Und dann frage Dich: Was brauche ich grundsätzlich um „Nein“ zu sagen und zu mir selbst zu stehen?

  • Ist es Mut oder Kommunikationsgeschick, weil Du einen Konflikt fürchtest?
  • Ist es Energie/ Kraft, weil Du fürchtest durch Dein „Nein“ geht ein Gefühlssturm Deines Gegenübers los, dem Du nicht stand halten kannst?
  • Ist es einfach eine Erinnerung, dass Du von nun an zu Dir und Deinen Bedürfnissen stehen willst, die den Automatismus der langjährigen Gewohnheit unterbricht?
  • Oder ist es bei Dir etwas ganz anderes?

Ich wünsche Dir, dass Du Dir die Zeit zum Herausfinden gönnst. Denn dann kannst Du eine bewusste Entscheidung treffen. Die Entscheidung in welchen Situationen Du nun zukünftig Nein sagen möchtest. Die Entscheidung, in diesen Momenten, nicht der Furcht Deines inneren Kindes nachzugehen, sondern bewusst jemand anderen an Bord zu holen. Vielleicht ahnst Du es bereits wen? Genau! Gestatte in diesen Momenten Deinem inneren Erwachsenen das Steuer zu übernehmen. Sei Dir sicher: diesen Anteil gibt es auch in Dir. Es ist der Anteil in Dir, der ganz besonnen und unaufgeregt handeln kann; weil er weiß, was Du brauchst, damit es Dir gut geht. Und das ist ja das schöne am Erwachsensein: Du hast die Freiheit Deine Entscheidungen selbst zu treffen und die Verantwortung dafür zu tragen. Also nimm diese Stärke des inneren Erwachsenen und lass ihn eintreten für Deine Bedürfnisse. Sei gewiss: er hilft Dir, Du selbst zu sein, und Dein inneres verängstigtes Kind behutsam an die Hand zu nehmen, damit ihr gemeinsam den Weg beschreitet, der zu Dir am allerbesten passt.

Manchmal braucht es ein längeres Forschen, was die Hintergründe Deines  (JA-SAGE-) Verhaltens sind. Und oft braucht es auch Geduld, und viel Übung, wenn Du ein neues Verhalten etablieren möchtest. Vor allem solltest Du Dir immer wieder bewusst machen, was der Gewinn ist, wenn Du ab jetzt anfängst zu Dir und Deinen Bedürfnissen zu stehen und diese zu kommunizieren. Wenn Du diesen Gewinn kennst und Dich richtig reinversetzen kannst, welche Vorteile und guten Gefühle damit einhergehen, dann fällt es Dir leicht am Ball zu bleiben, und für Deine Entscheidung immer wieder zu trainieren. Wenn Du Dir Unterstützung bei diesem Prozess wünschst, bin ich gerne für Dich da.  

Finde den Weg zu Dir und Deinem eigenen Wohlbefinden (zurück). So trägst Du zum Familienfrieden bei.

Ich wünsche Dir eine bewusste Zeit mit Dir selbst und Deiner Familie.

Alles Liebe,

Deine Melanie

Wie oft sagst Du JA, meinst aber NEIN?

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